Tschernobylinitiative Ottendorf-Okrilla

Herzlich willkommen

….noch nicht mal alle geboren….

Das obige Zitat entstammt der Sendung " Die Welt nach Fukushima " von Arte, gesendet im März 2013. Es zeigt sehr deutlich, wie unüberschaubar langfristig die Folgen sind, wenn sich das in der Kernkraft befindliche Restrisiko realisiert. Darin gleichen sich Tschernobyl und Fukushima. Am 26. April 2020 ist es 34 Jahre her, dass sich in Tschernobyl die "Nuklearkatastrophe" (mehr auf Wikipedia) ereignete. Vieles hat sich getan seitdem: Umsiedlungsprogramme, Gesundheitsprogramme, verschiedenste Hilfen aus dem Ausland und - streckenweise - internationale Aufmerksamkeit. Aber wenig hat sich geändert: Ganze Regionen sind unbewohnbar, es sei denn, man nimmt gesundheitliche Risiken in Kauf. Gesundheitliche Folgen der Radioaktivität pflanzen sich fort - auch durch die nachgeborenen Generationen. Der große Umbruch ist immer präsent. Bei der Frage, was ich esse; bei der Frage, wo ich wohne; bei der Frage, wo meine Kinder eine Zukunft haben könnten. Für viele Menschen bedeutet dieser Tag ein Lebenstrauma. Der Verlust von Haus und Hof über Nacht, ein neues Leben irgendwo anders, wo man nicht willkommen war. Und - in vielen Fällen - nicht einmal mehr eine Stelle, wo man seine Vergangenheit besuchen könnte. Seit 1991 erholen sich Kindergruppen aus der radioaktiv belasteten weißrussischen Tschernobylregion um den Ort Buda-Koschelewo bei uns und in den Vereinen unseres Netzwerks.

Die Folgen heute

Radioaktivität ist tückisch. Unsichtbar, unbegreifbar für die Menschen, die es betrifft. Damals, heute - und auch noch nach weiteren 25, 30 oder 50 Jahren - wird die freigesetzte Radioaktivität aus Tschernobyl und Fukushima Menschen schädigen. Langsam. Leise. Unaufhörlich. Die Folgen der Tschernobylkatastrophe sind bis heute umstritten. Opferzahlen werden gelegentlich auch politisch instrumentalisiert. Wir empfinden das als zynisch. Lieber verlassen wir uns auf das, was uns Ärzte und Fachleute (unter denen auch die Ärzte unserer Partner in Buda- Koschelewo) berichten. Unumstritten und wissenschaftlich nachweisbar ist der Abbau inkorporierter radioaktiver Belastung im kindlichen Organismus, wenn sich das Kind für eine bestimmte Zeit außerhalb der (schwach) radioaktiv belasteten normalen Wohnumgebung aufhält. Neben den direkten und indirekten gesundheitlichen Folgen war Tschernobyl für viele Tausende von Menschen ein traumatischer Lebensumbruch. Stellvertretend für viele Berichte sei hier das Buch der Nobelpreisträgerin Swetlana Alexejewitsch, „Tschernobyl, eine Chronik der Zukunft“ erwähnt und zur Lektüre empfohlen. Zur Linderung der materiellen Not führen wir regelmäßig Hilfstransporte in die Region durch. Auch nach 35 Jahren ist Tschernobyl noch aktuell. Helfen Sie uns, Ihre Unterstützung wird benötigt.

... kann man sagen, heute, mehr als 25 Jahre nach Tschernobyl, sind die Verletzen von

Tschernobyl noch nicht mal alle geboren - noch nicht mal alle geboren....

- Prof. Dr. Ulrich Beck, Soziologe und Risikoforscher -

Tschernobyl damals und heute

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